Neuigkeiten

Hospitation an einer historischen Stätte schriftlicher Überlieferung: Cusanus-Bibliothek

Fabian Lemmes (M.LIS), Wissenschaftlicher Bibliothekar und Doktorand mit einem Projekt zur philologisch-bibliothekarischen Handschriftenerschließung, hospitiert für zwei Monate in der Cusanus-Bibliothek im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues. Im Zeitraum Juli bis August wird er unter fachlicher Betreuung von Dr. Marco Brösch M.A. (LIS), Wissenschaftlicher Bibliothekar im Hospital und Mitarbeiter im Institut für Cusanus-Forschung in Trier, praktische Einblicke in die reichhaltige Überlieferung aus dem Umfeld des Nikolaus von Kues erhalten. Auf dem Praktikumsplan stehen Stationen in den Bereichen Restaurierungsplanung und Bestandserhaltung, Handschriftenkatalogisierung und -digitalisierung, Notfallplanung, Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit.

JuKo-Mitglied Fabian Lemmes promoviert an der Universität des Saarlandes über eine lateinische Sammelhandschrift aus dem 15. Jahrhundert, die er der (Fach-)Öffentlichkeit in einem Erschließungs- und Editionsprojekt detailliert zugänglich macht. Er ist zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätsbibliothek Trier, wo er das Fachreferat verschiedener geisteswissenschaftlicher Fächer vertritt.

Vortragsreihe: Berufsperspektiven für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen (SoSe 2023)

Eine Veranstaltungsreihe des Jungen Kollegs (JuKo) innerhalb des Trierer Kollegs für Mittelalter und Neuzeit (TriKo)

Fachkräftemangel, Überakademisierung, Klimakrise – die Berufsaussichten für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen wirken derzeit schlecht. Dabei ist die Arbeitslosigkeit unter Akademiker*innen faktisch sehr niedrig, und ihre Fähigkeit sich in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten und kreative Lösungen zu entwerfen, wird in vielen Bereichen händeringend gesucht. Von ihrer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für den interkulturellen Austausch und die kritische Reflexion politischer Entwicklungen ganz zu schweigen.

Die Veranstaltungsreihe des Jungen Kollegs (JuKo) möchte mit Gerüchten aufräumen und über Berufsperspektiven aufklären. Unsere Referent*innen bieten anhand ihrer persönlichen Werdegänge exemplarische Einblicke in die konkrete Arbeit von Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen in klassischen wie in unerwarteten Berufen. Und sie verraten, wie man einen Fuß in die Tür bekommt.

Die einzelnen Vorträge werden hybrid stattfinden. Der dazugehörige Zoom-Link wird auf Anfrage (triko@uni-trier.de) zugesandt.

Organisation: Aline Fries, M.A. unter Mitwirkung von Noah Weissmüller, M.A. & Margaretha Müller
Kooperationspartner:
Career Service der Universität Trier


Termine im Sommersemester 2023

Unsere Termine (jeweils Dienstag, 18:15-19:45 Uhr in B 14 und per Zoom):

25.04.2023 JProf. Dr. Pascal Warnking (Universität Trier): Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen in Unternehmen

Pascal Warnking ist Juniorprofessor für Maritime Antike (Alte Geschichte). Zuvor war er Manager, Unternehmensberater und Gründer.

Der Vortrag behandelt Berufsperspektiven für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen in Unternehmen und dies nicht nur in naheliegenden Feldern wie der Pressearbeit und des History Marketing. In der Form eines Erfahrungsberichts werden Einsatzmöglichkeiten unternehmensrelevanter Kompetenzen der Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen und kulturelle Unterschiede zwischen Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert. Hierbei wird auch der Trend zu mehr Corporate Social Responsibility (CSR) thematisiert. Ein Exkurs behandelt Erfahrungen im Bereich Public History.

09.05.2023 Inge Kreutz (Trierischer Volksfreund): „Na, dann schreiben Sie mal Schönes!“ Warum Lokaljournalismus so viel mehr ist und wie man ticken sollte, um dort einen der besten Jobs der Welt zu finden.

Inge Kreutz ist Mitglied der Chefredaktion im Medienhaus Trierischer Volksfreund und unter anderem für die Ausbildung von Volontär:innen zuständig. Sie hat Politikwissenschaft und Geschichte studiert und im Fach Medienwissenschaften an der Uni Trier promoviert.

Im Vortrag erzählt sie, wie der digitale Wandel das Berufsbild verändert und ausdifferenziert. Welche Rolle gerade junge Journalist:innen bei der digitalen Transformation spielen. Was datengestütztes Arbeiten bedeutet und wie neue Formate entwickelt, getestet und vorangetrieben werden. Wie sich Lokalredaktionen im Spannungsfeld zwischen Publikumserwartungen und ihrer gesellschaftlichen Funktion bewegen. Kurz: Was man wissen, können, wollen muss, um in diesem Job froh und erfolgreich zu werden. Und natürlich geht es  darum, wie das Redaktionsvolontariat in einem modernen regionalen Medienhaus aussieht.

16.05.2023 Eleonore Müller (Grundschule Trier-Mariahof): Perspektiven eines Grundschullehramtsstudiums – vielfältige Chancen und Möglichkeiten

Eleonore Müller ist Schulleiterin der Grundschule Trier-Mariahof.

Beruflicher Werdegang:

Studium der Primarstufe an der TH-Aachen in den Fächern Mathematik und Biologie/Chemie; Referendarzeit im Studienseminar in Bonn; Computerdozentin innerhalb und außerhalb Deutschlands und Europas; Schuldienst seit 1994 als Lehrerin, seit 2015 als Schulleiterin in Trier an der Grundschule Mariahof

Kurze Inhaltsbeschreibung des Vortrags:

  1. Nach Studium und Referendarzeit Aneignung von Grundlagen der Computertechniken und verschiedener Softwares, Arbeit als „Computerdozentin“ (Vermittlung von Grundlagenwissen und Schulungen in Word und Excel)
  2. Nach zwölfjähriger außerschulischer Tätigkeiten, Rückkehr in den Schuldienst – Schwierigkeiten und Probleme
  3. Klassenlehrerin an einer Brennpunktschule – Umgang, Kommunikation mit Kindern, Eltern und innerhalb des Kollegiums – Weiterentwicklung im Schulkontext, z.B. Umgang mit herausfordernden, verhaltensauffälligen Kindern, Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeiter*innen und Integrationshelfer*innen (IH), Einführung neuer digitaler Medien
  4. Schulleiterin an einer Brennpunktschule – Rollenwechsel, Installation einer Systemischen Inklusionshilfe, Umgang mit Kindern, die einen besonderen Förderbedarf benötigen (Kind mit Sehbehinderung/Blindheit), Kinder mit chronischen und diagnostizierten Krankheiten, z.B. Diabetes, Epilepsie, ADHS, Autismusspektrumsstörung (ASS); Arbeiten in der Corona-Pandemie, Zusammenarbeit mit Förderschulen, Kitas, weiterführenden Schulen, dem SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum), mit dem Schulträger, mit der Dienstaufsichtsbehörde (ADD); PES-Kräfte als Vertretungslehrkräfte, (PES = Personalmanagement im Rahmen erweiterter Selbstständigkeit von Schulen), Feuerwehrlehrkräfte (FWL) für kurzfristigen Unterrichtsausfall

Bei jedem dieser Tätigkeitsfelder sollen sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte beleuchtet werden.

13.06.2023 Kathrin Koutrakos & Alexandra Orth (Stadtmuseum Simeonstift Trier): „Und davon kann man leben?“ Arbeitsbereiche und Jobchancen im Museum

Alexandra Orth M.A. und Kathrin Koutrakos M.A. haben an der Universität Trier unter anderem Kunstgeschichte studiert und sind seit über zehn Jahren am Stadtmuseum Simeonstift Trier tätig. Dort betreuen sie die Bereiche Ausstellungen und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Kunstsektor und Museen sind begehrte Arbeitsfelder für AbsolventInnen der Geistes- und Kulturwissenschaften. Von Volontariat über Honororvertrag bis zur Festanstellung reicht das Spektrum möglicher Beschäftigungsarten. Welche Arbeitsfelder gibt es im Museum, was sind nützliche Qualifikationen für die Arbeit im Kunstbetrieb? Und stimmt das Klischee von der „brotlosen Kunst“? Alexandra Orth und Kathrin Koutrakos geben einen praktischen Einblick in den Arbeitsalltag an einem kommunalen Ausstellungshaus und Tipps für den Jobeinstieg im Kultursektor.

20.06.2023 Tanja Klöpfel (Universitätsbibliothek Trier): Seit über 3000 Jahren im Geschäft: Bibliothekswesen als Arbeitgeber für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen am Beispiel Geschichtswissenschaften

Ausbildung zur Bankkauffrau, Studium der Geschichte, Germanistik und Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Ausbildung zur Diplom-Bibliothekarin, Referendariat für den Höheren Bibliotheksdienst, Fachreferentin für Geschichte, Kunstgeschichte und Papyrologie an der UB Trier

Die Bibliothek als Arbeitsort für Geschichtswissenschaftler*innen ist Paradies (so viel Literatur) und Hölle (man kann das nicht alles lesen) zugleich, vor allem aber ist die Bibliothek einer der naheliegendsten Arbeitsplätze für studierte Geschichtswissenschaftler:innen neben dem Museums-, Archiv- und Verlagswesen. Die Bandbreite der Aufgaben reicht von Literaturerwerbung, Vermittlung von Informationskompetenz und inhaltlicher Erschließung bis hin zu Managementaufgaben mit Personalverantwortung im Bereich Erwerbung, Benutzungsdienste, IT-Services oder Publikationsdienste. Je nach Bibliothekstyp kommen noch Öffentlichkeitsarbeit und das Kuratieren von Ausstellungen hinzu und je nach Alter der Einrichtung die Betreuung umfangreicher Altbestände mit Möglichkeiten zu eigener Forschungstätigkeit oder Digitalisierung mit weltweiter Sichtbarmachung. Wie der Weg zu einem der interessantesten und abwechslungsreichsten Betätigungsfelder für Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen aussehen kann und welche anderen Optionen es noch gibt, soll in diesem Beitrag dargestellt werden.

27.06.2023 Jim-Bob Nickschas (ARD-Hauptstadtstudio): Zwischen Trump und TikTok: Berufswege und Herausforderungen im Journalismus

Jim-Bob Nickschas (Jahrgang 1989) hat 2012 an der Universität Trier seinen B.A. in Medien-Kommunikation-Gesellschaft und Germanistik gemacht. Er arbeitet seit fast zehn Jahren als Multimedia-Journalist für den Südwestrundfunk, seit 2021 als politischer Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin.

Wie attraktiv sind „die Medien“ eigentlich noch als Arbeitgeber für Geisteswissenschaftler*innen? Wie hat sich das Berufsfeld Journalismus in den vergangenen Jahren gewandelt – mit Blick auf zunehmendem Populismus und Social Media? Welche Berufswege gibt es und was muss ich mitbringen? Ein persönlicher Bericht aus der Praxis, zwischen Redaktionsalltag und den großen Fragen.

04.07.2023 Inge Hülpes (Bistum Trier): „Wie die Jungfrau zum Kinde?!“ – Von der Mediävistik zur kirchlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Inge Hülpes ist Redakteurin in der Bischöflichen Pressestelle Trier. Zuvor arbeitete sie als Koordinatorin im Trierer Zentrum für Mediävistik, als Lehrbeauftragte für Mediävistische Literaturwissenschaft an der Universität Trier – und an diversen Trierer Theken.

Der Vortrag gibt Einblick in professionelle crossmediale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Themenfeld Kirche, Politik und Gesellschaft: Von der tagesaktuellen Berichterstattung bis zur Reportage. Vom redaktionellen Alltag bis zum Kampagnenmanagement. Vom Podcast bis zur Pressekonferenz. Von der Eventfotografie bis zum Social-Media-Video.

Vortragsreihe: Berufsperspektiven für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen (WiSe 2022/2023)

Eine Veranstaltungsreihe des Jungen Kollegs (JuKo)

Fachkräftemangel, Überakademisierung, Klimakrise – die Berufsaussichten für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen wirken derzeit schlecht. Dabei ist die Arbeitslosigkeit unter Akademiker*innen faktisch sehr niedrig, und ihre Fähigkeit sich in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten und kreative Lösungen zu entwerfen, wird in vielen Bereichen händeringend gesucht. Von ihrer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für den interkulturellen Austausch und die kritische Reflexion politischer Entwicklungen ganz zu schweigen.
Die Veranstaltungsreihe des Jungen Kollegs (JuKo) möchte mit Gerüchten aufräumen und über Berufsperspektiven aufklären. Unsere Referent*innen bieten anhand ihrer persönlichen Werdegänge exemplarische Einblicke in die konkrete Arbeit von Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen in klassischen wie in unerwarteten Berufen. Und sie verraten, wie man einen Fuß in die Tür bekommt.

Unsere Termine (jeweils Dienstag, 18:00-19:30 Uhr in B 16 und per Zoom):

29.11.2022 Michael Anschütz (Friedrich-Spee-Gymnasium Trier): Lehrer*in – ein Beruf der Potenziale. Von Licht- und Schattenseiten des Lehrberufs

06.12.2022 Dr. Rainer Auts (Bundesministerium für Arbeit und Soziales): Von der Sozialgeschichte zur Sozialpolitik – Aufgaben und Tätigkeitsfelder in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

10.01.2023 Dr. Agnes Schindler (Graduiertenzentrum der Universität Trier): Forschungsnahes Arbeitsfeld: Wissenschaftsmanagement

24.01.2023 Dr. Paula Kolz (Trier Tourismus Marketing GmbH): Titel, Talent – oder doch Vitamin B? Jobperspektiven nach dem Studium

 

Die einzelnen Vorträge werden hybrid stattfinden. Der dazugehörige Zoom-Link wird auf Anfrage (triko@uni-trier.de) zugesandt.

 

Weitere Informationen zu den Vorträgen und Vortragenden:

29.11. Michael Anschütz (Friedrich-Spee-Gymnasium Trier): Lehrer*in – ein Beruf der Potenziale. Von Licht- und Schattenseiten des Lehrberufs

Inhaltlich soll es um diejenigen Faktoren in der täglichen Arbeit von Lehrer*innen gehen, welche auf Dauer zu Unzufriedenheit, Ärger, Enttäuschung und auch Krankheit, aber auch zu Freude, Glück und Zufriedenheit beitragen können. Dabei möchte ich überblicksartig einige Bereiche ansprechen (die eigene Person, Kolleg*Innen, Eltern, Schüler*Innen, der Dienstherr, der Schulträger etc.) und deren mögliche positive wie negative Potenziale benennen.

Zur Person:
Michael Anschütz ist Lehrer für Geschichte und Sozialkunde am Friedrich-Spee-Gymnasium Trier.

 

06.12. Dr. Rainer Auts (Bundesministerium für Arbeit und Soziales): Von der Sozialgeschichte zur Sozialpolitik – Aufgaben und Tätigkeitsfelder in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Medien sowie die Kreativbranche (Werbung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) sind ein wichtiges Berufsfeld für Absolvent*innen geisteswissenschaftlicher Fächer. Der Referent berichtet am Beispiel seiner Tätigkeit in Agenturen, Unternehmen und Institutionen über Zugangsmöglichkeiten, Aufgaben- und Tätigkeitsfelder in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

10.01. Dr. Agnes Schindler (Graduiertenzentrum der Universität Trier): Forschungsnahes Arbeitsfeld: Wissenschaftsmanagement

Neben den klassischen, wissenschaftlichen Tätigkeiten in der Forschung und Lehre, stellen die vielfältigen Aufgaben des Wissenschaftsmanagements eine Alternative zum beruflichen Werdegang in der Akademia dar. Welche möglichen Arbeitsbereiche gibt es in der universitären Verwaltung und darüber hinaus? Was erwartet einen? Wie kann man sich dafür qualifizieren und gut und rechtzeitig Weichen stellen?

Zur Person:
Dr. Agnes Schindler hat Medienwissenschaften, Japanologie und Deutsch als Fremdsprache studiert und in den Medienwissenschaften zu einem film- und kulturwissenschaftlichen Thema promoviert. Sie ist aktuell Geschäftsführerin des Graduiertenzentrums und Stipendienreferentin der Universität Trier, war UniGR-Referentin sowie Auslandsreferentin im International Office.

 

24.01. Dr. Paula Kolz (Trier Tourismus Marketing GmbH): Titel, Talent – oder doch Vitamin B? Jobperspektiven nach dem Studium

Manche Studiengänge geben vermeintlich eine klare Vorstellung dessen, was man danach damit macht. Doch wie vielfältig die Möglichkeiten sind, erfährt man oftmals erst, wenn man den Abschluss in der Tasche hat. Noch viel mehr trifft das auf das Gros geisteswissenschaftlicher Studiengänge zu. Worauf kann ich schon während meines Studiums achten, um nach dem Abschluss auch den Sprung ins Berufsleben zu schaffen? Und wie endet dieser Sprung auch in einem Job, der mich ausfüllt? Jenseits ihres radikalsubjektiven Ansatzes (= ihrer eigenen Erfahrung) versucht Paula Kolz in ihrem Vortrag auch, generelle Mechanismen herauszukristallisieren, wie eine berufliche Orientierung während und nach dem Studium gelingen kann.

Zur Person:
Dr. Paula Kolz studierte Geschichte und Germanistik in Trier und Bologna und promovierte 2014 in der Neueren deutschen Literaturwissenschaft. Im Zweitstudium studierte sie Journalismus, im Drittstudium Social Media Management und im Viertstudium …nein, das ließ sie aus. Stattdessen arbeitet sie heute im Tourismusmarketing, ist Stadt- und Museumsführerin, Moderatorin, Autorin und freie Texterin. Ihr Herz jedoch schlägt für die Bühne: Nebenberuflich erarbeitet sie theatrale Monologe für Trierer Institutionen und tritt in kleinen Ein-Frau-Stücken im Museum oder in Ausgrabungen auf.

 

Organisation: Aline Fries, M.A. & Noah Weissmüller, M.A.

DFG-Projekt „Die Verschriftlichung der Kampfkunst. Praktiken des Kämpfens als Wissensobjekte in den Fechtbüchern des 14.–16. Jahrhunderts“

Wir gratulieren Dr. Eric Burkart zur Bewilligung seines DFG-Projekts Die Verschriftlichung der Kampfkunst. Praktiken des Kämpfens als Wissensobjekte in den Fechtbüchern des 14.16. Jahrhunderts. (DFG-Projektnummer: 465466524)

Zusammenfassung des Projekts

Kämpfen stellt in den überlieferten Zeugnissen des Mittelalters eine der wichtigsten zwischenmenschlichen Interaktionsformen dar. Das gilt einerseits für die konkrete Praxis der gewalttätigen Auseinandersetzung in Krieg, Fehde oder Zweikampf, auf die heute aufgrund ihrer Flüchtigkeit lediglich Spuren wie archäologische Knochenbefunde oder im Kampf verwendete Artefakte verweisen können. Andererseits zählt das Kämpfen auch zu den am stärksten symbolisch aufgeladenen Handlungen menschlicher Kultur, sodass Darstellungen kämpferischer Handlungen in religiösen, historiographischen und literarischen Texten sowie als Motiv der bildenden Kunst eine zentrale Stellung einnehmen. Neben gewalttätigem Kämpfen im engeren Sinne sind aber auch Praktiken des reglementierten Wettkampfes und des nicht ernsten Kämpfens dokumentiert, die als Teil einer Übungs-, Freizeit- und Körperkultur eine wichtige soziale Rolle spielten.

Vor diesem Hintergrund entstanden im späten Mittelalter mit den Fecht- oder Kampfbüchern komplexe Fachschriften, welche das Beschreiben und Darstellen des Kämpfens mit der Praxis der physischen Auseinandersetzung verbanden: Anfang des 14. Jahrhunderts begannen Fechtmeister, ihr spezifisches Körperwissen und ihre didaktischen Praxislehren zu Ringkampf und Waffengebrauch in zumeist umfangreich bebilderten Handschriften aufzuzeichnen. Diese seit dem frühen 16. Jahrhundert auch im Druck verbreiteten Abhandlungen zum Kämpfen als (Handwerks-)Kunst stellen die ersten systematischen Aufzeichnungen zu mittelalterlichen Körpertechniken überhaupt dar. Sie setzten Maßstäbe auf dem Gebiet der Bewegungsnotation und prägten grundlegend den Aufbau unserer heutigen Ratgeberliteratur zu verschiedensten Sportarten. Bislang wurden die Kampfbücher jedoch noch nie umfassend aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive untersucht.

Das Projekt nähert sich dem Korpus der handschriftlichen und gedruckten Kampfbücher des 14.–16. Jahrhunderts in Verbindung mit komplementären Zeugnissen auf einer

(1) diskurs- und mediengeschichtlichen,

(2) praxeographischen und

(3) kulturtheoretischen Ebene.

Entscheidend ist dabei, die Texte als Teil eines Ausbildungszusammenhangs zu analysieren, in dem das Kämpfen als subjektiv erlebte Praxis zum Gegenstand eines von Fechtmeistern dominierten Expertendiskurses wurde. Zentral hierfür war eine Professionalisierung im Verlauf des späten Mittelalters und die Gründung von zunftähnlichen Fechtbruderschaften auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches. Die Popularität von öffentlichem Unterricht und Fechtwettkämpfen zeugt zugleich von der Breitenwirksamkeit dieser Phänomene, die in erster Linie in einem städtischen Umfeld angesiedelt waren. Das Erkenntnisziel des Projekts besteht in der kulturgeschichtlichen Untersuchung der komplexen Beziehung zwischen handgreiflichen Praktiken des Kämpfens und ihrer Diskursivierung, Didaktisierung und Medialisierung unter Einbeziehung der Stadt als Produktionsraum kämpferischen Fachwissens.

 

TriKo-Talks im Winter 2021/2022

Die Vortragsreihe des Trierer Kollegs für Mittelalter und Neuzeit geht weiter: Am 10. Februar 2022 spricht 10. Februar 2022 María José Vega (Universitat Autònoma de Barcelona), Browsing Information in Early Modern Europe: The Index Rerum in the Early Sixteenth Century. Die Veranstaltung ist als Zoom-Sitzung konzipiert.

Der Vortrag von Frau Vega fällt leider aus!

Interessierte sind herzlich willkommen!

Datum: 10.02.2022
Beginn: 19.00 Uhr

Plakat zur Veranstaltung, inkl. Zoom-Link: TriKo_Winter_Talks_2021_gesamt

Organisation der Vortragsreihe: Folke Gernert, Andreas Lammer, Claudine Moulin

 

Programm im Überblick

11. November 2021
Oliver Overwien (HU Berlin), Baumdiagramme allüberall: Medizinische Lehrwerke in Spätantike und Mittelalter

25. November 2021
Michel Pauly (Universität Luxemburg), Städtische Rechnungsbücher als Quelle zur mittelalterlichen Informationspolitik am Beispiel der Stadt Luxemburg

09. Dezember 2021
Natalia Filatkina (Universität Hamburg), Information und ihre Strukturierung in frühneuzeitlichen Fremdsprachenlehrwerken

13. Januar 2022
Ann Blair (Harvard University), The Enduring Appeal of Composite Books

27. Janaur 2022
Marina Aurora Garzón Fernández (Heidelberg),Writing about Writing: Shem Tov’s Debate between the Pen and the Scissors in the context of Islamic Calligraphy Treaties

10. Februar 2022

María José Vega (Universitat Autònoma de Barcelona), Browsing Information in Early Modern Europe: The Index Rerum in the Early Sixteenth Century
Unser gesamtes Programm zum Download steht Ihnen hier zur Verfügung: TriKo_Winter_Talks_2021_gesamt

Neuerscheinung: Information und Resilienz in der Stadt des 12.-16. Jahrhunderts

Als Gastherausgeberinnen der Annales Mercaturae haben Petra Schulte und Eileen Bergmann unter dem Titel „Information und Resilienz in der Stadt des 12.-16 Jahrhunderts“ ihr Themenheft veröffentlicht. Die Beiträge dieser Ausgabe befassen sich mit dem Thema der Gewinnung, Verarbeitung und Deutung von Informationen als Konzept eines resiliencing in Politik und Ökonomie. Nach einführenden Überlegungen zur Resilienz durch Information, werden Informations- bzw. Wissensmanagement und Medien des resiliencing in italienischen und oberdeutschen Unternehmen des 14. bis 16. Jahrhunderts und ein exemplarisches Familienunternehmen der Augsburger Paumgartner als resiliente Unternehmerdynastie behandelt. Risiko, Sicherheit und Resilienz werden anhand von Seeversicherungen Venedigs, eine strukturelle Resilienz und individuelles Risiko in genuesischen Commenda-Partnerschaften und Resilienz durch Informationspolitik des Consiglio dei Dieci in Venedig erörtert. Schließlich untersucht eine Studie die Anpassungsfähigkeiten der Ratselite und die Resilienzressourcen während der Getreidepreiskrisen in Basel um 1500.

Bibliographische Angaben:
Information und Resilienz in der Stadt des 12. bis 16. Jahrhunderts, hrsg von: Petra Schulte, Eileen Bergmann (Gastherausgeberinnen) und Markus A. Denzel, Mark Häberlein (Herausgeber), in: Annales Mercaturae 6 (2020), Stuttgart 2021.

Weitereführende Informationen unter: https://www.steiner-verlag.de/Annales-Mercaturae-6-2020/9783515131414

 

Unterstützung des Bibliographieprojekts „The (Not So) Brief Bibliographical Guide in Medieval Islamic Philosophy and Theology“

Das Trierer Kolleg für Mittelalter und Neuzeit fördert das Bibliographieprojekt The (Not So) Brief Bibliographical Guide in Medieval Islamic Philosophy and Theology. Insgesamt werden durch die Unterstützung des Kollegs die Jahrgänge 1998-2002 / 2002-2004 / 2004-2006 / 2006-2007 / 2007-2008 / 2008-2009 / 2012-2013 /
2014-2015 / 2015-2016 / 2016-2017 / 2017-2018 / 2018-2019 / 2020-2021
so bearbeitet, dass sie künftig online seinen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stehen.

Nutzen Sie die Bibliographie – Sie ist unter folgendem Link einsehbar: https://tcdh02.uni-trier.de/DruartBibliography/bibHome.html

Projektleiter: JProf. Dr. Andreas Lammer
Projektbearbeitung: Andreas Schneider

 

 

Workshop Identités / Identitäten (II) (28.-29. Oktober 2021)

Identités / Identitäten (II)
28 et 29 octobre 2021
Trier / online par Zoom


Colloque international organisé par Sabine Frommel (EPHE, Paris), Claudine Moulin (Université de Trèves) et Iris Wenderholm (Université de Hambourg) avec le soutien de l’EPHE (Paris), de l’Université de Trèves et de l’Université de Hambourg

 

Internationale Konferenz organisiert von Sabine Frommel (EPHE, Paris), Claudine Moulin (Universität Trier) und Iris Wenderholm (Universität Hamburg) mit der Unterstützung der EPHE (Paris), der Universität Trier und der Universität Hamburg

 

Programm
Jeudi, 28 octobre 2021

Présidence: Sabine Frommel
14:00-14:30: Ouvertures par l’IEA et les organisatrices
14:30-15:15: Prof. Dr. Heck, Michèle-Caroline (Montpellier/Paris) : Entre identité et universalité : le sentiment d’appartenance à une République des arts au XVIIe siècle.
15:30-16:15: Cecilia Mazzetti Di Pietralata (Università degli Studi di Cassino e del Lazio Meridionale) : “Austriaci” a Roma, italiani a Vienna (secc. XVII-XVIII): rappresentazione e identità nello specchio delle arti e del collezionismo.

16:15-16:45 : pause-café

Présidence: Iris Wenderholm
16:45-17:30: Dr. Corinna Kirschstein (Wien) : Un amusement étranger“. Theatrale Öffentlichkeit als gemeinschaftsbedrohende Vulnerabilität in Rousseaus Lettre à M. d’Alembert.
17:30-18h:15: Alexey Markin, B.A. (Hamburg) : Außenwelt als Feind. Die Wandmalerei des Jüngsten Gerichts in Spas-na-Senjach-Kirche.

Vendredi, 29 octobre 2021

Présidence: Claudine Moulin
9:30-10:15: Prof. Dr. Laurent Hablot (Paris) : Fleur de lis et identité(s) en France du XIIe au XXe siècle.
10:15-11:00: Prof. Dr. Alessia Bauer (Paris) : Die altnordische Vergangenheit als Mittel zur Identitätsstiftung im nach-Reformatorischen Skandinavien.

11:00-11:30: pause-café

11:30-12:15: Dominic Harion, M.A. (Luxembourg/Trier) : Identität und Ipseität – sprachliche Einheit und sprachliche Vielfalt im Diskurs über das Eigene und das Fremde.
12:15-13:00: Dr. Teodoro Patera (Göttingen) : Récit et identité : pour une anthropologie littéraire de la première modernité.

12:30-14:00: Pause déjeuner

Présidence: Susanne Kubersky
14:00-14:45: Dr. Weis, Joëlle (Wolfenbüttel) : Identität und Produktivität. Die Gelehrtenrepublik als community of practice.
14:45-15:30: Discussion

 

Trier_Identites2021_Programme

Wir wachsen: Vom Trierer Kolleg für Mittelalter und Frühe Neuzeit zum Trierer Kolleg für Mittelalter und Neuzeit

Gegründet wurde das Trierer Kolleg für Mittelalter und Frühe Neuzeit im Rahmen der rheinland-pfälzischen Forschungsinitiative im Juli 2019. Während sich das Kolleg zunächst aus Mitgliedern des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zusammensetzte und damit der Kreis der Forschenden eingrenzte, zeigte die interdisziplinäre Ausrichtung des Kollegs, das eine Öffnung für Kolleginnen und Kolleg aus dem Kreis der Neuzeit ebenso wünschenswert wie sinnvoll ist. Vor diesem Hintergrund wurde am 1. Juli 2021 aus dem Trierer Kolleg für Mittelalter und Frühe Neuzeit das Trierer Kolleg für Mittelalter und Neuzeit.

Wir freuen uns über das Mitwirken der Kolleginnen:

  • Prof. Dr. Urusla Lehmkuhl
  • PD Dr. Eva Bischof

TriKo-Talks 2021

Presenting Information in Medieval and Early Modern Treatise Literature (Abstract)

Historical disciplines of the humanities essentially rely on information about the past. At the same time, historical figures, too, relied on information in their daily life and work: they collected, stored, and processed information – and that is to say: large amounts of information. The vital question of how to deal with big data is not exclusively modern but bears early modern as well as pre-modern relevance and has been a central theme across common boundaries of historical periods.

A pivotal aspect of the historical (indeed: of any) engagement with information is its presentation. The way in which information is presented obtains its particular significance with its increase in quantity and complexity alongside a potential, even dangerous, decrease of consistency and conformity. While there may be strategies to safeguard structure and maintain order in larger environments such as libraries (to pick just one example), the question about how information ought to be or is best presented is all the more pertinent in contexts that may call for at least some kind of coherence, contexts such as the composition of a treatise.

The Summer Talks 2021 lecture series of the Trierer Kolleg für Mittelalter und Frühe Neuzeit (TriKo) aims at investigating how information was presented in Medieval and Early Modern treatise literature. The initiative is interdisciplinary – with contributions from diverse fields such as history alongside art and legal history, the history of science and of literature, linguistics, society, and architecture – and features talks of various methodological approaches in which the presentation of information may be addressed, for example, as a heuristic tool, as an intrinsic feature, or as an independent object of reflection within historical treatises as well as in terms of diachronic changes and developments in presenting information.

Coordination: Folke Gernert, Andreas Lammer and Claudine Moulin

Veranstaltungsübersicht der TriKo-Talks

22. April 2021
Christina Van Dyke (Grand Rapids), “Information Coding in Medieval Visionary Literature: Truth Hiding in Deep Sight?”
 

06. Mai 2021
Beate Fricke (Bern), “Wissen über die Welt – Illuminationen in enzyklopädischen Traktaten des Spätmittelalters”
 

20. Mai 2021
Sabine Frommel (Paris), “Der Traktat Sette Libri d’architettura (1537f.) von Sebastiano Serlio und seine Ursprünge: Die Entwicklung neuer Strategien der Präsentation”

10. Juni 2021
Emilio Blanco (Madrid), “Spiritual physician for all states of persons: the manuals of confessors in the Modern Age as a source of research”


24. Juni 2021
James Hankins (Harvard), “The Historico-prudential Method of Humanist Political Writing”


08. Juli 2021
Charles Burnett (London), “The Varieties of Astrological instruction Books in Manuscript and Print”

Willkommen bei WordPress. Dies ist dein erster Beitrag. Bearbeite oder lösche ihn und beginne mit dem Schreiben!